Ich hatte Phasen, in denen ich alles richtig gemacht habe. Früh aufgestanden. Sport getrieben. Klare Ziele gesetzt. Und dann kam der Alltag. Und damit die alten Muster.
Irgendwann hab ich aufgehört, mir vorzuwerfen, ich bin nicht diszipliniert oder nicht "die Art von Mensch". Ich habe angefangen, mir eine andere Frage zu stellen:
Warum falle ich immer wieder in mein altes Muster zurück?
Die Antwort war hart. Es lag nicht an fehlender Disziplin. Es lag daran, was ich tief in mir über mich selbst geglaubt habe.
Du handelst immer konsistent mit dem Bild, das Du von Dir selbst hast.

Gewohnheiten sind nur die Oberfläche.
Darunter liegt ein Bild, das Du über Dich selbst aufgebaut hast. Aus Überzeugungen, die Du irgendwann übernommen hast. Von Deiner Familie. Deinem Umfeld. Der Gesellschaft. Aus Erfahrungen, die Dir früh gezeigt haben, wer Du sein darfst und wer nicht.
Eines der Programme, das ich selbst lange mit mir getragen habe (und manchmal heute noch unbewusst in mir habe): Ich bin nur wertvoll, wenn ich perfekt bin.
Glaub mir, das sitzt tief. Es steuert Entscheidungen, ohne dass Du es bewusst merkst. Und es erklärt, warum Veränderung so oft scheitert. Du kämpfst mit Deinem Verhalten, aber das eigentliche "Programm" läuft weiter.
Solange Du nur das Verhalten ändern willst, ohne das Bild dahinter anzupacken, kämpfst Du gegen Dich selbst.
FOKUS AUF:
IDENTITÄT > ERGEBNISSE

Ich habe lange versucht, mich durch Willenskraft zu verändern.
Mehr Struktur. Bessere Routinen. Klarere Pläne. Und immer wieder dasselbe Ergebnis: Nach ein paar Wochen war der Alltag wieder derselbe.
Mein Fehler war nicht die Herangehensweise. Mein Fehler war der Ausgangspunkt.
Ich habe versucht, mein Verhalten zu ändern, ohne zu fragen, wer die Person ist, die sich so verhält. Ich habe Ergebnisse angestrebt, ohne zu fragen, wer ich sein will, um diese Ergebnisse wirklich zu leben.
James Clear (1% Methode) bringt es auf den Punkt: "Du steigst nicht auf das Niveau Deiner Ziele. Du fällst auf das Niveau Deiner Identität."
Das war der Satz, der etwas in mir bewegt hat.
Veränderung beginnt bei der Identität. Alles andere ist Symptombehandlung.
Das ist die Frage, die alles verändert.
Wenn Du gesünder leben willst, frag Dich nicht, wie Du das schaffst. Frag Dich: Wie denkt, entscheidet und handelt eine Person, die gesund lebt? Und fang an, so zu handeln.
Wenn Du klarer kommunizieren willst, frag Dich nicht, welche Technik Du brauchst. Frag Dich: Wer ist die Person, die klar kommuniziert? Und was würde sie heute tun?
Ich habe das selbst erlebt. Der Moment, in dem ich aufgehört habe zu fragen „Wie schaffe ich das?" und angefangen habe zu fragen „Wer will ich sein?" hat mehr verändert als jede Methode davor (was nicht heißt, dass Systeme nicht wichtig sind).
Veränderung passiert durch Identifikation. Du handelst wie die Person, die Du glaubst zu sein. Jeden Tag.

Aus meiner eigenen Erfahrung funktioniert Veränderung in drei Schritten.
Erstens: Entscheide, wer Du sein willst. Bewusst. Konkret. Schreib es auf. Ich bin jemand, der seinen Körper respektiert. Ich bin jemand, der seine Zeit bewusst einsetzt. Ich bin jemand, der Grenzen setzt. Das ist keine Affirmation, die auf einmal alles verändert. Du erkennst Muster und triffst eine Entscheidung.
Zweitens: Handle wie diese Person. Ab heute sofort. Jeden Tag eine kleine Handlung, die mit dieser Identität übereinstimmt. Mach kein großen Pläne. Erst starten. Dann eine Gewohnheit daraus machen. Und ERST DANN optimieren (ich kenne es, wenn man beginnt die besten Pläne zu entwerfen, weil es ja "notwendig ist". Bullshit. Dein Gehirn will nur Kontrolle).
Drittens: Lass die Erfahrung Dein Selbstbild bestätigen. Jede Handlung, die im Einklang mit Deiner neuen Identität steht, sendet ein Signal an Dein Gehirn: Ich bin diese Person. Mit der Zeit glaubst Du es – weil Du es lebst.

Vier Dinge, die ich selbst täglich anwende:
1. Fang klein an. Fünf Minuten Sport. Ein Satz im Tagebuch. Eine bewusste Entscheidung am Morgen. Die Größe der Handlung ist egal. Die Identität dahinter ist entscheidend (der Rest kommt. Vertrau dem Prozess).
2. Verknüpfe neue Gewohnheiten mit bestehenden. Nach dem Kaffee fünf Minuten Reflexion. Nach dem Aufwachen eine bewusste Frage für den Tag. Der Ankerpunkt ist schon da. Du hängst die neue Handlung daran.

3. Feiere die Identität, nicht das Ergebnis. Wenn Du heute Sport gemacht hast, sag Dir nicht: „Gut, eine Einheit mit 5 verschiedenen Übungen geschafft." Sag Dir: „Das ist, wer ich bin. Ich war beim Sport." Der Unterschied ist größer als er klingt. Du baust kein Verhalten auf, Du baust ein Selbstbild.
4. Rückschläge gehören dazu. Ein verpasster Tag verändert Deine Identität nicht. Perfektionismus hat mich länger aufgehalten als jeder Rückschlag. Mach am nächsten Tag weiter – genau da, wo Du aufgehört hast.

myndframe-klar: Vergiss Disziplin. Wirklich.
Deine Motivation ist flüchtig. Willenskraft ist begrenzt.
Wer sich auf Identität fokussiert, baut etwas, das trägt, auch dann, wenn die Motivation fehlt (sie wird oft fehlen 😄). Auch dann, wenn es schwer wird. Auch dann, wenn der Alltag übernimmt.
Disziplin ist das Ergebnis einer klaren Identität. Du brauchst sie nicht zu erzwingen. Sie entsteht, wenn Du weißt, wer Du bist.
Ich frage mich regelmäßig: Handle ich gerade wie die Person, die ich sein will?
Das ist keine große Frage, aber sie hält mich auf meinem Weg.
Veränderung beginnt bei Deinem Selbstbild.
Statt Dich auf das nächste Ziel zu stürzen, frage Dich:
Wer will ich sein?
Handle danach. Jeden Tag. In kleinen Dingen. Sobald Du das Bild von Dir selbst veränderst, verändert sich alles andere. Vertrau mir.

Ich habe selbst lange nach der richtigen "Methode" gesucht. Das richtige System. Die richtige Routine.
Systeme sind wichtig. Aber bevor wir bei beim Aufbau unser Identität Systeme entwickeln, brauchen wir eine Sache: Klarheit.
Klarheit über eine einfache Frage:
Wer will ich sein?
Und dann: Handle danach. Jeden Tag. In kleinen Dingen.
Wie Du das angehen kannst, findest Du regelmäßig hier.
Bis zum nächsten Insight. Mahsun
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